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Erstmals erschienen: Uerdinger Jahrbuch mit 150 Seiten
Herausgeber ist der Uerdinger Heimatbund
Der Uerdinger Heimatbund trat in den letzten Jahren immer wieder als Herausgeber oder Initiator von Büchern über Uerdingen in Erscheinung. Ob es die Wiederauflage der lange verschollenen Uerdinger Stadtgeschichte von Franz Stollwerck im Vorfeld der 750-Jahr-Feier war oder historische Beiträge zu Büchern des Verlegers Stefan Kronsbein. Jetzt gipfelt die Zusammenarbeit in einem erstmals vorgelegten Uerdinger Jahrbuch, das ab sofort für den Preis von 15 Euro in allen Krefelder Buchhandlungen zu haben ist und darüber hinaus in vielen Geschäften in der Fußgängerzone, der örtlichen Filiale der Volksbank und der dortigen Sparkasse und natürlich auch im Uerdinger Rathaus.
Der Uerdinger Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski würdigte den jetzt vorliegenden Band als einen Beitrag der zeigt, „wie lebendig unsere Stadt ist und dass sie die Gegenwart zugleich traditionsbewusst wie auch zukunftsgewandt meistert“. Neue und alte Uerdinger finden in diesem Band nicht nur geschichtliche Informationen über die Entwicklung des ältesten Krefelder Stadtteils, sondern auch Darstellungen über den Wirtschaftsstandort. Verleger Stefan Kronsbein bedankte sich bei den zahlreichen Autoren auch Sponsoren, die durch ihre Unterstützung den bürger- oder weihnachtsgeschenkfreundlichen Preis von 15 Euro ermöglichten.
Auf gut 150 reich bebilderten Seiten – darunter finden sich viele historische Fotos, Abbildungen und Kartenmaterial – kommen acht Autoren zu Wort, die als gute Stadtkenner ausgewiesen sind. Mit dabei sind so bekannte Namen wie der Linner Museumsleiter Dr. Christoph Reichmann oder Krefelds stellvertretende Archivleiterin Elisabeth Kremers. Reichmann dokumentiert in seinem Beitrag die Ausgrabungen, die er am Uerdinger Obertor machte, als das Gelände zwischen Wallgraten und Düsseldorfer Straße kürzlich umgestaltet wurde und er bei den Straßen- und Gestaltungsarbeiten die dort seit langem vermuteten Überreste des 1877 als letztes der vier Uerdinger Stadttore abgerissenen Obertors entdeckte. Und Elisabeth Kremers wurde iin den Akten der Ortspolizeibehörde fündig, wie außerordentlich reichhaltig das Uerdinger Vereinswesen einstmals war. Und obwohl sie nur die Jahre 1908 bis 1929 beleuchtete, begegneten ihr in diesen gut zwei Jahrzehnten 94 neu gegründete Vereine aus den Sparten Sport, Musik und Geselligkeit. Viele von ihnen wurden in der „Uerdinger Rheinlust“ gegründet oder hielten dort ihre Jahresversammlungen ab.
Stefan Frankewitz beschäftigt sich mit der Uerdinger Burg, verortet ihre Gründung in die Zeit vor 1357. Von Burg und Stadtmauer sind oberirdisch nur noch Reste am Krankenhaus (Eulenturm), Am Wallgarten (Stadtmauer) und an der Burgstraße, wo in der Südostecke der Rheinstadt auch die Festung lag, sichtbar. Patrick Jülich beschäftigt sich mit der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Entsorgungspraxis am Beispiel von Krefeld-Linn. Nicht viel anders wird es in dem ebenfalls kurkölnschen Uerdingen zugegangen sein.
Dieter Nellessen, der auch die Redaktionsarbeit für das Jahrbuch übernommen hatte, beschäftigt sich mit einem Datum der jüngeren Vergangenheit: „22. und 23. August 1943 – Die Nacht, in der St. Peter brannte“. Er beschränkt sich dabei aber nicht auf die eine Bombennacht des Zweiten Weltkriegs, sondern umreißt die ganze Geschichte des Uerdinger Kirchenbaus an der Oberstraße. Ganz in der Gegenwart befindet sich Andrea Funke, die beim Fachbereich Grünflächen der Stadt für den Artenschutz tätig ist. Sie hat streng geschützte Falkenarten in alten Gemäuern in der Rheinstadt ausgemacht. Die „eleganten Mäusefänger und Hochgeschwindigkeitsflieger“ bevorzugen die Lage an Stadtrand und Rhein.
Gerade meldet Siemens, dass die Firma an der Duisburger Straße wieder einen großen Auftrag von der Deutschen Bahn erhielt und ICE-Züge liefern soll. Vor der Übernahme durch Siemens fertigte auf dem Firmengelände gegenüber den Bayer-Werken die Uerdinger Waggonfabrik. Deren Geschichte geht Wolfgang Scheinert in seinem Beitrag nach. Und schließlich greift Manfred Schmid mit dem ersten Teil eines Beitrags das Titelmotiv des Jahrbuchs auf, „Das Uerdinger Notgeld“. Den Band ziert der Abdruck eines 25-Mark-Scheins, auf dem geschrieben steht „mer halde tesame“. Diesen Uerdinger Zusammenhalt will das Jahrbuch 2008 fördern. „An Beiträgen für weitere Bände habe ich keinen Mangel“, kündigt Verleger Kronsbein an, dass dieses Jahrbuch kein einmaliges Ereignis bleiben soll.

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