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Nachwuchs bei Familie Fischotter im Krefelder Zoo
Tierpfleger entdeckten zwei Junge in der Wohnhöhle
Bei den Fischottern „Titus“ und „Gitta“ im Krefelder Zoo hat es wieder Nachwuchs gegeben. Jetzt wurden die beiden Babys erstmals von den Pflegern in Augenschein genommen. Zunächst bekam Mutter Fischotter eine Taube zur Ablenkung, dann konnten die Raubtierpfleger Thomas Hamma und Knut Nielsen den Nachwuchs gefahrlos aus der Wurfbox herausnehmen, denn Fischotter bringen ihre nadelspitzen Zähne gerne einmal zum Einsatz. Dem ersten Eindruck nach, sind die beiden Jungtiere ein Pärchen. Lehrling Marika Hoffmann strahlte über das ganze Gesicht, als sie einen der Kleinen festhalten durfte: „Die haben so ein weiches Fellchen und zwischen den winzigen Zehen sieht man schon die Schwimmhäute.“ Noch haben die beiden ihre Augen geschlossen. Erst ab dem 20. Tag beginnen sie sich langsam zu öffnen.
Vor knapp drei Wochen hatte Gitta ihren Titus aus der gemeinsamen Wohnhöhle verbannt. Für die Tierpfleger ein untrügliches Zeichen, dass sich bei Familie Fischotter Nachwuchs eingestellt haben musste. Nur einen Tag vorher war die Behausung der Tiere gereinigt worden, ohne dass ein Nest mit Jungtieren gefunden worden war. Umso größer die Freude der Pfleger, als ein zartes Piepsen aus dem Fischotterbau ihre Vermutung bestätigte. Erst in ein paar Wochen werden die Jungtiere von ihrer Mutter in das Wasser gelockt. Das neue Jahr erleben sie also noch warm in der Wurfhöhle gut betreut von ihrer Mutter.
Fischotter können sich Dank ihres stromlinienförmigen Körpers und des kräftigen Schwanzes schnell im Wasser bewegen. Daher rührt auch ihr Beiname „Wassermarder“. Auf ihren bis zu siebenminütigen Tauchgängen jagen sie Fische, Krebse, Schermäuse, Wasservögel und Insekten. Ausgewachsen haben sie eine Körperlänge von circa 1,30 Metern und wiegen bis zu 18 Kilogramm. Noch vor gut hundert Jahren besiedelte der Otter Deutschland flächendeckend. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde er in Nordrhein-Westfalen durch Jagd, Kanalisierung, Gewässerverschmutzung und Freizeitaktivitäten ausgerottet. Inzwischen breiten sich die Bestände aber von den Niederlanden und Niedersachsen wieder in heimische Gewässer aus. Dank striktem Schutz der Seen- und Flusslandschaften fühlen sich die Otter wieder wohl. Ein gesunder Fischotterbestand an Gewässern ist ein wichtiger Anzeiger für ein intaktes Ökosystem, denn die Tiere benötigen klares Wasser und große, abwechslungsreiche, zusammenhängende Gewässersysteme mit vielen Tier- und Pflanzenarten. Fischotterschutz ist daher aktiver Naturschutz. Wenn sie zurückkehren, ist die Natur gesund.

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