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Erstmaliger Nachzuchterfolg bei den Silberäffchen im Zoo Krefeld
In Südamerika ist die Tierart vom Aussterben bedroht
Im Zoo Krefeld haben die seltenen Silberäffchen Zwillinge bekommen. Erst im April kamen die Krallenäffchen von ihren Geburtszoos in Epe (Niederlande) und Colchester (Großbritannien) an den Niederrhein. Die beiden Jungtiere sind ein schneller und überraschender Zuchterfolg für den Zoo Krefeld. In ihrem natürlichen Lebensraum in Zentralbrasilien, Bolivien und Paraguay sind diese Affen durch die Regenwaldvernichtung vom Aussterben bedroht.
Im Frühjahr zogen die Silberäffchen in ihr neues Zuhause, das alte Gehege der Weißgesichtssaki-Äffchen, das komplett renoviert worden war. Die grauen Betonwände erhielten einen freundlichen sandfarbenen Verputz, zahlreiche Baumstämme und Äste bieten nun Klettermöglichkeiten und mit dem üppigen Pflanzenbewuchs wirkt das Gehege fast wie ein Ausschnitt aus dem südamerikanischen Regenwald.
Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase konnten die Tierpfleger beobachten, dass das anderthalbjährige Weibchen und das fünfjährige Männchen sich schnell miteinander anfreundeten, gemeinsam am Futternapf Obst, Gemüse und Mehlwürmer verzehrten, zusammen einen Schlafplatz teilten sowie sich auch gegenseitig das Fell pflegten. In den ersten zwei Monaten muss dann auch gleich eine Paarung erfolgreich verlaufen sein, denn nach einer durchschnittlichen Tragzeit von 140 bis 145 Tagen kamen am 31. Oktober Zwillinge zur Welt.
Momentan haben Zoobesucher die Möglichkeit, das Familienleben der Silberäffchen hautnah zu beobachten. Wie bei Krallenäffchen üblich wurden Zwillinge geboren, welche der Vater bald nach der Geburt übernimmt und auf seinem Rücken trägt. Der angeborene Klammerreflex der etwa acht Zentimeter großen Jungtiere ist so stark, dass er genauso schnell wie immer von Ast zu Ast durch das Gehege springen kann, ohne die Babys im Huckepack zu verlieren. Nur wenn die Kleinen Hunger bekommen, wechseln sie zur Mutter, um dort in Ruhe von ihr gesäugt und gepflegt zu werden.
Dieser Wechsel zwischen den Eltern lief in den ersten Tagen nicht ohne einiges Hin und Her ab, da sowohl Vater als auch Mutter die Kleinen nur ungern an den Partner abgeben wollten. Zu groß waren Besorgnis um das Wohl der Kleinen, gepaart mit der eigenen Unerfahrenheit im Umgang mit dem ersten Nachwuchs. Aber nach ein paar Tagen hatte sich alles gut eingespielt und oft ist die Familie nun zusammengekuschelt auf einem der vorderen Kletteräste bei der gegenseitigen Fellpflege zu beobachten. Die Kleinen werden bis zu zwei Jahre mit ihren Eltern zusammen leben und so auch sicher die nächste Geburt und Aufzucht ihrer jüngeren Geschwister miterleben. Ein gutes „Training“ für die spätere eigene Familiengründung.

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