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Ein kleines Stück Madagaskar ist im Vogelhaus des Zoos Krefeld entstanden
Mähnenibisse ziehen als erste Bewohner ein
Zwischen dem 12. und 26. südlichen Breitengrad liegt eine Insel, die sich vor 150 Millionen Jahren von Afrika trennte – Madagaskar. Durch die Trennung entwickelte sich auf der viertgrößten Insel der Welt eine eigenständige Flora und Fauna. Dort existieren zum Teil Arten, die es sonst nirgendwo auf der Erde gibt. Noch, denn viele Tier- und Pflanzenarten der Insel sind bedroht. Die größten Probleme auf Madagaskar, die das Schutzprojekt der Europäischen Zoovereinigung (EAZA) einzudämmen versucht, sind die Veränderung der ursprünglichen Ökosysteme, Verlust der Lebensräume für Tiere und Pflanzen, Umweltverschmutzung, Jagd und die Einfuhr und der Handel mit Tieren. Einen Beitrag zum Schutz der Tiere auf der Insel vor Afrika leistet im Rahmen der EAZA nun auch der Zoo Krefeld.
„Madagaskar – für mich ist dieses Wort schon mit Zauber verbunden“, sagt Krefelds Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen. Vor 20 Jahren bereiste er das Land, das so viele einzigartige Tiere wie Lemuren (Primaten) beheimatet. Doch mit dem Schutz der Lebensräume ist es nicht weit her auf der Insel. „90 Prozent des ursprünglichen Waldes ist bereits verschwunden“, erklärt Dreßen. Dabei war Madagaskar einst komplett bewaldet. Im Vogelhaus des Zoos haben die Gärtner und der Zootierarzt Martin Straube in den vergangenen Wochen Madagaskar im Kleinen nachgebildet.
Ein Wasserfall plätschert, ein Bachlauf durchzieht die mit Pflanzen aus Madagaskar bestückte neue Voliere im Vogeltropenhaus. Sogar den typischen roten Sand der Insel haben sie imitiert, indem sie hiesigen Sand einfärbten. Als erste Bewohner haben zwei Mähnenibisse das Areal für sich in Besitz genommen. Die ersten Bewohner der neuen Voliere hatten erst etwas Scheu ihr Gehege zu erkundet. Inzwischen haben sich die Vögel gut eingelebt. „So lange werden diese Tiere noch nicht in Zoologischen Gärten gehalten“, sagt Dreßen. Wie viele der bedrohten Mähnenibisse noch in freier Wildbahn leben, weiß der Zoodirektor nicht. In europäischen Zoos leben jedoch nur rund 40 bis 45 Tiere. Unter anderem im Vogelpark Walsrode und im Zoo Zürich werden diese Vögel gehalten. „Ihr Hauptgeschäft am Tag ist im Boden stochern“, erklärt Dreßen. Und das können sie ausgiebig in ihrem Gehege. Die Tiere kaufte der Zoo Krefeld vom Vogelpark Walsrode, der damit einen Beitrag zur EAZA-Artenschutzkampagne für die bedrohte Tierwelt Madagaskars leistet. Demnächst sollen auch noch Seidenkuckucke die Madagaskarwelt im Zoo Krefeld bereichern. Vielleicht kommt eine weitere Vogelart noch hinzu.
Möglich wurde der Bau der neuen Voliere durch Spenden der Krefelder Betriebe Elektro Kleinhütten und Installateur Paul Meulendick GmbH, sowie eines Zoofreundes, der namentlich nicht genannt werden möchte.

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