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Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde in Krefeld-Traar entschärft
Letzte Bombe wurde in Traar vor über 20 Jahren gefunden
Am Montagvormittag ist am Schürmesweg in Krefeld-Traar eine britische Zehn-Zentner-Bombe entschärft worden. Der Sprengsatz wurde beim Ausschachten einer Baugrube auf einem privaten Baugrundstück unmittelbar am Fuß des Egelsbergs bereits am Samstag entdeckt. Während der Entschärfung durch den Staatlichen Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Düsseldorf mussten rund 1.100 Traarer, die in einem Radius von 250 Metern um die Bombeeinschlagsstelle wohnen, ihre Häuser verlassen.
Um 9:45 Uhr sperrte die Polizei die Moerser Straße für den Durchgangsverkehr. Vorab informierten Steifenwagenbesatzungen mit Durchsagen die Bevölkerung, dass sie entweder ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen (Zone A, 250 Meter Radius um die Bombe) bzw. sich in der Bombe abgewandte Räume begeben sollen (Zone B, 500 Meter Radius um den Bombenfund). In Zone B wohnen rund 1.000 Personen. Außerdem wurde eine katholische Kindertageseinrichtung in dieser Zone geräumt. Aus der Zone A begaben sich vier Personen in die Gemeinschaftsschule Buscher Holzweg, wo eine Notstelle eingerichtet worden war.
Punkt 10 Uhr begann Peter van Eck mit der Entschärfung des Zehn-Zentner-Sprengsatzes aus dem Zweiten Weltkrieg. Am Ende des Schürmesweg hievte ein Baggerführer am Samstag mit der Schaufel die Bombe aus dem Erdreich und ließ sie gleich wieder fallen. „Der Baggerfahrer hat Glück gehabt, weil der Schlagbolzen wohl gesichert war“, meinte Kampfmittelräumer Peter van Eck nach der Entschärfung. Der Zünder wurde wohl durch diesen Aufprall leicht deformiert.
Mit Hilfe eines speziellen Geräts konnte dieser langsam aus der Bombe gedreht werden. Um 10:36 Uhr sprengte van Eck den Zünder. Anschließend wurde die Bombe verladen, um sie in ein Zwischenlager bei Düsseldorf zu transportieren. Entsorgt wird der Sprengstoff im Kreis Büren.
„Den letzten großen Bombenfund in Krefeld hatten wir 2004“, sagte Hans Pöpperl vom Fachbereich Feuerwehr und Zivilschutz. Die letzte große Bombe in Traar – vor diesem Funde am Egelsberg – wurde übrigens vor über 20 Jahren entdeckt. Pro Jahr werden rund 40 bis 50 Munitionsüberbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg in Krefeld gefunden. „Der Krefelder Boden ist voll von Bomben“, so Pöpperl. Mit weiteren Funden ist in kommenden Jahren auch weiterhin zu rechnen.
Krefeld wurde während des Zweiten Weltkriegs mehrfach bombardiert. Das erste Ziel der alliierten Bomber war im Mai 1940 das Edelstahlwerk. Vor dem ersten großen Luftbombenangriff auf Krefeld vom 2. auf den 3. Oktober 1942 wurden jedoch nur vereinzelt Bomben über der Seidenstadt abgeworfen. Bei dem Angriff im Oktober 1942 kamen 38 Menschen ums Leben. Am 22. Juni 1943 erfolgte der schwerste Angriff auf die Stadt. Aus den Bombenschächten von 661 britischen Flugzeugen fielen 1.033,5 Tonnen Spreng- und 1.041,9 Tonnen Brandbomben auf die Stadt. Dabei kamen 1.036 Menschen ums Leben, über 9.000 wurden verletzt. Ende Dezember 1944 und im Januar 1945 wurde Krefeld nochmals schwer bombardiert.
Bei dem Einsatz in Krefeld-Traar am Montagvormittag waren rund 20 Feuerwehrleute sowie 45 Polizisten im Einsatz. Zwischenfälle mit Schaulustigen gab es nicht. Gegen 10.45 konnten die Bewohner in ihre Häuser zurückkehren.
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