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Tunnelarbeiten am Uerdinger Bahnhof gehen schneller voran als geplant
Ende Mai wird das erste Tunnelelement unter die Gleise gepresst
Vier Wochen im Zeitplan voraus sind die Arbeiten am Tunneldurchstich südlich des Uerdinger Bahnhofs. Bereits Ende Mai wird die erste der beiden Tunnelröhren von der Lange Straße unter den Bahndamm gepresst. Die zweite Röhre soll in der ersten Juni-Hälfte vom Bahnhofsvorplatz folgen. Mit der Fertigstellung des Tunnels und der Bahnanlage wird im kommenden Frühjahr/Sommer gerechnet. Der Umbau kostet über vier Millionen Euro. Das Projekt der Stadt Krefeld und Deutschen Bahn AG beendet die Trennung des historischen Zentrums von Uerdingen von den nordwestlich der Bahntrasse liegenden Wohngebieten mit über 10 000 Einwohnern.
Die beiden Tunnelkörper sind schon fertig gestellt und stehen am Bahnhofvorplatz sowie an der Lange Straße vor dem Bahndamm. Die genauen Termine stehen noch nicht fest, an denen die Teile auf Schienen und Luftkissen unter den Bahndamm gepresst werden. Die Aktion selbst wird dann aber nur 15 bis 30 Minuten dauern. Das erste Element soll zwischen dem 31. Mai und dem 2. Juni, das zweite Teilstück zwischen dem 9. und 12 Juni verschoben werden. Dafür wird vorab der Bahndamm abgetragen und die Gleise werden demontiert. Die Bauarbeiten behindern den Zugverkehr jedoch nicht. Voraussichtlich im Spätherbst wird der Tunnel provisorisch begehbar sein. Allerdings noch nicht für die Öffentlichkeit, denn bis dahin müssen noch die inneren Auf- und Abgänge zu den Bahnsteigen, die Tunnelverkleidung sowie die Arbeiten an den beiden Eingangsbereichen abgeschlossen sein.
Der künftige Personentunnel schließt sich südlich an das Bahnhofsgebäude an. Die Tunnellänge beträgt insgesamt 44 Meter, die Breite rund sechs Meter und die Höhe zweieinhalb Meter. Im Tunnel wird eine Blindenleitspur eingelassen. Die Tunnelwände werden mit Platten optisch ansprechend und Graffiti-resistent gestaltet. Der Tunnelausgang wird behindertengerecht (stufenfrei) an das Höhenniveau der Lange Straße angeschlossen und gepflastert. An der Lange Straße ist außerdem eine ebenfalls behindertengerechte Querungshilfe geplant. Der Zugang dort wird mit einer Stahlkonstruktion glasüberdacht. Dasselbe gilt für den Ausgang am Bahnhofsvorplatz. Darunter ist auf beiden Seiten eine Bike- und Ride-Anlage mit je 40 Einstellplätzen für Fahrräder vorgesehen. Der Bahnsteig wird auf 76 Zentimeter angehoben. Dessen Länge beträgt am Ende der Maßnahme 145 Meter, circa 30 Meter davon werden überdacht sein. Im Haushalt der Stadt sind für dieses Projekt 4,3 Millionen Euro vorgesehen. Bund und Land fördern das Projekt in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Die Maßnahme der DB Station&Service AG am Uerdinger Bahnhof umfasst 3,2 Millionen Euro. Mit dem Abschluss der gesamten Arbeiten wird Mitte 2009 gerechnet.
Seit Anfang Mai ist die Lange Straße nur noch als Einbahnstraße Richtung Norden zu befahren. Dort musste das Rangiergleis für den Chemiepark und für Siemens für das notwendige Baufeld vorübergehend in den Straßenbereich verlegt werden. Der Abschnitt an der Lange Straße birgt noch eine ingenieurtechnische Besonderheit. Das Rangiergleis kann wegen des neuen Tunnel-Eingangs nicht mehr an seine ursprüngliche Trasse zurückverlegt werden. Stattdessen wird dieses Gleis später auf eine Höhe von rund vier Metern angehoben und führt danach über einen eigenen Damm über den späteren Tunnel-Eingangsbereich auf demselben Höhenniveau wie die übrigen Gleise am Bahnhof.
Mit dem Ausbau der Duisburger Straße, der Sanierung des Rheintores und des Rheindeichs und dem Umbau der Straßenflächen am Obertor ist der Tunnel das fünfte größere Projekt in Uerdingen, für das der Fachbereich Tiefbau der Stadt verantwortlich zeichnet.

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