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Spitzmaulnashorn Nane bringt kleinen Bullen im Zoo Krefeld zur Welt
„Davu hat einen Bruder“, freut sich der Krefelder Zoodirektor Dr. Wolfgang Dressen. „Davu“ bedeutet der „Anfang“. Und den Anfang einer hoffentlich erfolgreichen Zucht setzt nun der kleine Nashornbulle fort, der am Dienstagabend um 18.53 Uhr an der Uerdinger Straße nach einer Tragzeit von 448 Tagen zur Welt kam. Besucher können den Nachwuchs ab sofort im Elefantenhaus bewundern. Wenn das Wetter und Nane samt Nachwuchs mitspielen, könnten sie eventuelle am Pfingstsonntag oder Pfingstmontag zum ersten Mal auf die Außenanlage.
„Sensationell, professionell“, habe sich die gut zwei Tonnen schwere Nashorndame von Beginn an um ihr Jungtier gekümmert, so Dreßen. Nach der Geburt schob sie beispielweise ihr Horn unter ihren Nachwuchs, um ihm so beim Aufrichten zu helfen. „Nane ist eine Bombenmutter. Sie geht unheimlich feinfühlig mit dem Jungtier um“, sagt Zoo-Tierarzt Martin Straube. Die Geburt verlief problemlos und dauerte gerade einmal zehn Minuten. Nach etwa einer Stunde seines zweiten Sohnes übrigens ganz entspannt in einer benachbarten Box. Die Zoomitarbeiter beobachteten seinen letzten Deckakt mit Nane am 13. Februar 2007. Der Wurfabstand von rund zwei Jahren sei sehr kurz, so Dreßen. Sonst betrage der Zeitabstand gut drei Jahre.
Die Zoobesucher können den kleinen Nashornbullen ab sofort im Elefantenhaus sehen. Am kommenden Wochenende werden Zoomitarbeiter dort einen Stand einrichten, der über die Geburt des seltenen Nashorns informiert. Das Elefantenhaus soll von morgens 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet belieben. Von 18 bis 20 Uhr können die Besucher Mutter und Kind auf einem Monitor weiter beobachten. Falls der Besucherandrang sehr groß sein sollte, wird der Zugang ins Elefantenhaus kontingentiert.
Spitzmaulnashörner sind in Afrika höchst gefährdet. In der freien Wildbahn leben derzeit rund 4000 Tiere. Vor zehn Jahren waren es nur noch 3000 Tier. Afrikanische Länder wie Südafrika und Namibia haben die Tiere und ihren Nachwuchs in den vergangenen Jahren unter besonderen Schutz gestellt. Weltweit leben in Zoos etwa 280 Tiere. Regelmäßige Zuchterfolge gibt es in Deutschland nur in den Zoos von Berlin, Frankfurt am Main, Hannover und Magdeburg. In Nordrhein-Westfalen ist der Zoo Krefeld der einzige, der Spitzmaulnashörner züchtet. Der Zoo Krefeld beteiligt sich an dem internationalen Zuchtbuch für diese Tiere und sammelt im Rahmen einer Kampagne der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien Spenden für den Schutz der Dickhäuter in ihrem natürlichen Lebensraum in Afrika.
Einen Film über die Geburt soll voraussichtlich ab Donnerstagnachmittag auf der Internetseite www.nashornbaby-krefeld.de zu sehen sein. Dort wird es auch weitere Informationen und Bilder zum Nachwuchs geben.

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