Neuigkeiten

 
 
Raumschiff „landete“ im Krefelder Rheinhafen
Zwischenstopp auf der Reise ins Technikmuseum Speyer
Völlig unplanmäßig „landete“ am Montagabend ein Raumschiff in Krefeld und lockte tausende Zuschauer an den Rhein. Was war passiert? Der russische Raumgleiter Buran, ein Weltraumvehikel, das dem amerikanischen space shuttle ähnelt, ist vom Technikmuseum Speyer gekauft worden. Das ausgediente Raumschiff, das eine lange Odyssee hinter sich hatte, die weniger durchs Weltall als vielmehr über verschiedene Kontinente der Erde führte, soll jetzt seine letzte Ruhe im süddeutschen Technikmuseum finden und dort Publikum anziehen. Und auf den Weg dorthin machte sich der Raumgleiter nicht wie in guten Tagen durch das Weltall oder wenigstens durch die Stratosphäre, sondern ganz profan auf einem Schubverband den Rhein hinauf.
Der rund zehn bis zwölf Stundenkilometer schnelle Schubverband kam am Montag nicht so zügig voran, wie es geplant war. Ursprünglich sollte Krefeld rechts liegen gelassen werden, Köln war als nächtlicher Haltepunkt vorgesehen. Doch im Laufe des Montags zeichnete sich mehr und mehr ab, dass der Schubschiffverband mit der schweren Buran an Bord, dieses ehrgeizige Ziel nicht erreichen würde. Duisburg und Krefeld wurden als Ziele für den nächtlichen Zwischenstopp ausersehen. Am Nachmittag zeichnete sich ab, dass die Buran wohl Duisburg noch passieren konnte. Und damit stand Uerdingen als Zielhafen fest.
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Meldung durch die Stadt. Tausende von Schaulustigen säumten von Hohenbudberg über die Rheinuferstraße bis zur Hafenspitze die Rheinfront der Stadt. Selbst zum Hafenkopf fanden Schaulustige den Weg. Dort, hinter den denkmalgeschützten, alten Lagerhallen und dem Büro des Krefelder Hafenmeisters, machte der Schubverband mit der Buran fest, umzuckt vom Blitzlichtgewitter zahlloser Hobby-Fotografen, die jedes Detail festhielten. Ganz besonders hatten es den Fotografen die gewaltigen Düsenaustrittsöffnungen am Heck des Raumgleiters angetan.
Die Raumfähre, die in den 1970er Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurde, legte nach ihrem Start im kasachischen Baikonur 1988 zwei Erdumrundungen zurück und landete nach ihrem Einsatz wieder sicher im Weltraumhafen. Nachdem der Raumgleiter während der Olympischen Spiele 2000 im australischen Sydney und anschließend in Bahrain ausgestellt worden war, erwarb das Technik Museum Speyer die Buran, auf deutsch „Schneesturm“, im Jahre 2003. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit einem Unternehmer aus Singapur um die Eigentumsrechte an der Raumfähre, entschied ein Gericht zu Gunsten des rheinland-pfälzischen Museums. Dort wird sie nach ihrem Zusammenbau zukünftig neben etwa 2 000 anderen Exponaten auf dem Gelände des Museums zu sehen sein.

 Copyright © 2006-2017 Hallo Uerdingen