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„..nur os Oedingsch aan“ – Fertigstellung der Rheinbrücke vor 70 Jahren
Im Uerdinger Lied „Oeding blievt Oeding“ stellen den Rheinstädter fest, dass die Uerdinger Rheinbrücke auch nur die Uerdinger, und nicht die Duisburger etwas angeht. Historisch betrachtet, stimmt das auch, denn die Idee zum Bau der Brücke stammt von der linken Rheinseite. Als Ende 1932 bekannt wurde, dass die Reichsregierung im Rahmen neuer Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auch Gelder für Brückenneubauten bereit stellen wollte, stellte die Krefelder Stadtverwaltung in Düsseldorf den Antrag, das Uerdinger Bauprojekt in dieses Programm einzubeziehen. Als Adolf-Hitler-Brücke wurde sie vier Jahre später, nach der Machtergreifung der Nazis, am 7. Juni 1936 vom „Stellvertreter des Führers“ Reichsminister Rudolf Heß dem Verkehr übergeben. Erste Ideen einer Rheinbrücke datieren aber in die wilhelminische Zeit um 1910. Die Planungen der Brücke gehen in die Ära der Weimarer Republik zurück. Ende der 20er Jahre wurde das Brückenbauprojekt zwischen Uerdingen und Duisburg-Mündelheim im Zuge des Ausbaus der B 57 erörtert, und um 1930 gab die Stadtverwaltung bekannt, dass das Bauprojekt „aus dem Land der Zukunftsträume in den Bereich realer Möglichkeiten“ gerückt sei und führte Verhandlungen mit dem Ruhrkohlensiedlungsverband über die Lage der zukünftigen Brücke durch. Zunächst sollte die Brücke rund 300 m näher am Zentrum gebaut werden, nur rund 100 Meter vom Uerdinger Steiger entfernt. Ein bald darauf in Auftrag gegebenes Gutachten an die Technische Hochschule Hannover schlug dann aber den Standort in der Nähe der Hafeneinfahrt vor. Zur Eröffnung der Brücke erschienen auf dem Festgelände am Uerdinger Rheinufer Tausende von Menschen, darunter viele in Uniformen der SA-Gruppe Niederrhein und wohnten bei strömendem Regen, Glockengeläut und Salutschüssen der militärisch geprängten Eröffnungsfeierlichkeit bei, die sicherlich nicht mit dem im Versailler Vertrag festgelegten entmilitarisierten Status des Rheinlands zu vereinbaren war. Auch wenn Namensgebung, SA-Rituale, Aufmärsche und das Jahr 1936 auf eine Nazi-Errungenschaft hindeuten, so ist doch festzuhalten, dass die braunen Machthaber wieder einmal von der Vorarbeit anderer profitierten und sich selbst in Szene setzten. Mit der Mündelheimer Vorflutbrücke „im Rücken“ wurde die „Adolf-Hitler-Brücke“ die Brücke mit der zweitgrößten Spannweite nach der Kölner Hängebrücke über den Rhein. Am 15. August 1935 wurde das letzte Teilstück der Brücke eingepasst. Dann folgten Aufbauten und Verkehrsertüchtigung, Anschlussarbeiten, Rampen und Geländer bis zum Juni 1936.
Am 4. März 1945 sank die Mitte der Brücke nach einer Detonation mit über 3000 Tonnen Stahl langsam in den Rhein. Deutsche Truppen hatten nach ihrem Rückzug auf dem Mündelheimer Rheinufer Sprengladungen gezündet, um den nachrückenden amerikanischen Verbänden den Weg über den Strom zu blockieren. Die Uerdinger Rheinbrücke wurde nach der Kriegszerstörung von 1949 – 1950 in der ursprünglichen Form mit Hauptträgern als Fachwerkbalken wieder aufgebaut. Neben der Friedrich-Ebert-Brücke ist sie die einzige Zügelgurtbrücke am Niederrhein, die heute noch in dieser Form besteht. Am 4. November 1950 übergab der nordrhein-westfälische Ministerpräsidenten Karl Arnold die Krefeld-Uerdinger Rheinbrücke, wie sie seitdem heißt, dem Verkehr.

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